Stille…
…ist ein seltenes Gut in unserer zivilisierten Welt. Es gibt kaum noch Orte, wo sie zu Hause ist. Irgendein Geräusch ist immer zu hören: Autoverkehr, Flugzeuge, Eisenbahn, Gespräche, Tinnitus… Wann ist es in unserem westlich industriell geprägten Kulturkreis eigentlich einmal ruhig oder gar still ?
In der Stille liegt die Kraft.
Wer kann heute eigentlich noch zuhören, wirklich zuhören, ohne seinen Antwortimpulsen auf das kaum Gehörte freien Lauf zu lassen?
Still sein, um hören zu lernen.
Was schafft Gelassenheit und Verbundenheit? Endlose Diskussionen über die „richtige“ Meinung oder das Stehenlassen von Unterschiedlichkeit.

Still sein, um Respekt zu lernen.
„Jetzt seid doch endlich mal still“ Ein verzweifelter Versuch, um eine
„Lernatmosphäre“ in der Klasse herzustellen. Am Arbeitsplatz beim mails
checken klingelt das Telefon, die Aufgabenliste ploppt auf, der Terminkalender quillt über…
Still sein, um sich konzentrieren zu lernen.
Gemeinsam still werden, das hat für mich eine besondere Kraft. Sich still in die Augen gucken, mit Anderen still im Kreis zu stehen, mit Menschen eine Minute still zu sein. In einer Gemeinschaft, im Stadion, im Parlament, im ganzen Land…
Still sein, um Nähe und Verbundenheit zu spüren.
Immer mehr „künstlich“ geschaffene Räume der Stille werden geschaffen, um das Bedürfnis der Menschen zu stillen: In Deutschland an prominenter Stelle zum Beispiel in Berlin seit 1994 im nördlichen Torhaus des Brandenburger Tores (70 000 Besucher pro Jahr!). In Hamburg, als stark frequentiertes Erfolgsmodell, seit 2009 die „Kirche der Stille“ der evangelischen Kirchengemeinde Altona-Ost.
Sehnsucht nach Ruhe und Stille in einer schnellen und lauten Zeit.
Ich möchte aufmerksam machen auf die Kraft der Stille, biete Anleitungen und Angebote um still zu werden, Wege in die Stille kennen zu lernen, sich auf den Weg zu machen auf die Reise nach innen. Nur Mut!
Wege in die Stille
Fortbildung für Erzieherinnen und Erzieher, Basisarbeit mit Kitakindern, Angebote für Eltern, Reflexionstage
Themen und Ziele
Innehalten, Ruhe und die Wahrnehmung der eigenen inneren Stimme dient der Stärkung und Klarheit in unserer komplizierten Welt. Gerade für pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten ist es wichtig, auch abschalten zu können – jenseits des oftmals lauten und anstrengenden Berufsalltags. Kinder, die zunehmend mit Sinnesreizen überflutet werden, brauchen für ihre Entwicklung stille Momente. Für das Wachstum der eigenen Persönlichkeit sind Phasen der Besinnung förderlich.
Am Ende dieser Fortbildung werden Sie methodisches „Handwerkszeug“ sowohl für sich selbst als auch für Kindergruppen zu folgenden Themen kennengelernt haben:
Bewegung und Ruhe, Körperwahrnehmung, Gleichgewicht, Gefühle, Grenzen, Musik und Stille, Phantasiereisen, Innere und äußere Werte, Umgang mit innerer Bewertung
Das eigene Erleben ist die Basis, um Momente der Stille mit Kindern zu erleben. Es ist ausreichend Zeit vorgesehen, um über die Umsetzung in die pädagogische Praxis zu sprechen und die Anwendung der Methoden zu reflektieren.
Bitte mitbringen: Bewegungsfreundliche warme Kleidung und Socken, Yoga- oder Isomatte, Decke.
Module der Fortbildungsreihe:
• Einführendes Fortbildungsangebot für Kitamitarbeiterinnen und -mitarbeiter
• Erprobungseinheiten mit den Kita-Kindern. Der Referent leitet dabei die Kinder im Beisein der pädagogischen Fachkräfte an. Je nach Absprache können dabei vom Kitapersonal aktive oder passive Rollen eingenommen werden.
• Veranstaltungen für Eltern z.B. im Rahmen eines Elternabendes oder am Wochenende.
• Reflexionstag zum Auffrischen der Praxis und Aufstellen von Perspektiven für die Zukunft
Wie ich mir so ich dir
Über den liebevollen umgang mit Mir und Anderen
Im beruflichen und privaten Bereich bin ich immer wieder letztendlich mit mir selbst, meiner persönlichen Eigenschaften und meiner persönlichen Entwicklung konfrontiert. Mit realen und gefühlten von außen und innen an mich herangetragene Erwartungen gilt es umzugehen. Besonders in turbulenten beruflichen und privaten Zeiten kann das eine eine große Herausforderung für mich werden, aber oft ist auch der pure Alltag schon ganz schön anstrengend.
Aus meiner langjährigen Lebenserfahrung und der Beschäftigung mit zahlreichen Methoden, Programmen sowie praktischen und theoretischen Erkenntnissen bin ich immer wieder darauf gekommen, dass die Basis für die zunehmend gelassene Bewältigung dieser Herausforderungen ein liebevoller Umgang mit mir selbst ist, den ich nach und nach und immer wieder dann auch mit meinen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern pflegen kann.
